Hilfe! Ich brauche Tools, um effizienter arbeiten zu können!

Eine 30-jährige Frau kam zu mir ins Coaching, weil sie Probleme mit ihrem Zeitmanagement hatte. Sagte sie. Sie liebte ihren Job, hatte sich erst vor kurzem als Webdesignerin selbständig gemacht, einige Kunden aus ihrem vorherigen Angestelltenverhältnis hielten ihr die Treue. Meine Klientin war sehr verzweifelt, denn egal wie sehr sie sich ins Zeug legte und bis spät in den Abend arbeitete, sie kam mit ihrer to-do-Liste nicht weiter.

Ich ließ mir ihren Tagesablauf erklären, mit allen Details. Anhand ihrer Erzählung wurde mir rasch klar, dass sie immer nur dann Zeitmanagement Probleme hatte, wenn es darum ging, Neukunden zu gewinnen. Die Klientin hatte sich für das Projekt Akquise akribisch vorbereitet. Listen erstellt, mit Namen und Kontaktdaten, aktuelle Webseiten analysiert, die entsprechenden Leute sogar gegoogelt, um sich ein besseres Bild über sie zu verschaffen, hatte all ihre Verkaufsargumente aufgeschrieben, um sich während des Gesprächs nicht zu verheddern und dieses im stillen Kämmerlein geübt.  Nur: es kam nie zu diesem Gespräch. Immer hatte sie plötzlich tausend andere Dinge zu erledigen: wichtige Termine, die Datenbank musste gepflegt werden, social media musste gechecked und  Twitter Einträge verfasst werden.

Ein typisches Vermeidungsmuster, um den furchterregenden Telefonanruf nicht erledigen zu müssen.

Nicht Zeitmanagement, sondern das Lebensskript war der Übeltäter.

Meiner Klientin mangelte es nicht an Expertise, sie hatte einen beeindruckenden Lebenslauf in ihrem Gebiet vorzuweisen und hegte auch selbst keine Zweifel an ihrer Kompetenz.  Warum also hatte sie immer dann ein Zeitproblem, wenn es um das Thema Akquise ging? Ich bohrte nach und es stellte sich heraus, dass  zwei hinderliche Glaubenssätze in ihrem Lebensskript verankert waren. Diese lauteten:

  1. Du darfst dich nicht selbst loben (sprich: verkaufen)
  2. Ich habe Angst, nicht erwünscht zu sein und abgewiesen zu werden.

Die Angst vor diesen uralten Imperativen war so groß, dass sie sich selbst sabotierte. Die Krux: sie war sich dieser alten Glaubenssätzen, die in ihrer Kindheit wurzelten, nicht bewusst. Deshalb halfen auch alle Zeitmanagement-Bücher und Tricks nicht. Das ist nicht verwunderlich, denn solche Imperative (du darfst keinesfalls, du musst unbedingt) springen insbesondere in Stresssituationen an. Dann nützt kein rationales Denken, kein positives Denken und kein Selbshilfebuch. Solche Imperative lösen sich nicht von alleine auf.

Mission accomplished.

Wir hatten 3 Wochen miteinander gearbeitet. In einem ersten Termin definierten wir ihr Thema um und begannen mit Introvisions-Coaching. In den 2 Folgewochen arbeitete sie selbständig mit von mir zugesandten Unterlagen weiter bevor wir unser Abschlussgespräch führten. Das Lebensskript mit den alten Imperativen war aufgelöst, der Gedanke an Akquise Telefonate löste keinen Stress und keine Angst mehr in ihr aus. So konnte sie innerlich gelassener mit diesen Telefonaten umgehen, und nachdem sie auf diese Art die ersten Kunden von sich überzeugen konnte, fasste sie zunehmend Vertrauen in sich selbst. Mission accomplished!